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"Material Compliance ist die Verrechtlichung von Nachhaltigkeit."

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Seit Oktober 2025 ist Simon bei Substantio an Bord – als Director Environmental Compliance & Market Development. Er bringt eine seltene Perspektive mit: Simon kennt Substantio nicht nur aus Demos, sondern aus der Praxis – er hat die Plattform bereits auf Kundenseite eingeführt und die Weiterentwicklung mitgestaltet.

Wir haben mit Simon darüber gesprochen, was ihn an Material Compliance fasziniert, warum Unternehmen ohne eigenes System schnell in Kosten und Aufwand rutschen und wohin sich das Thema (und Substantio) entwickelt. 

Simon, stell dich kurz vor: Was machst du bei Substantio?

„Ich bin seit Oktober 2025 bei Substantio als Director Environmental Compliance & Market Development tätig. Als direkter Ansprechpartner für unsere Kunden möchte ich sie dabei unterstützen, ihre Material Compliance Prozesse schneller, besser und leichter umzusetzen – von den eigenen Materialdaten bis hin zur Lieferkette.“

Du hast einen Satz gesagt, der hängen bleibt: „Material Compliance ist die Verrechtlichung von Nachhaltigkeit.“ Was meinst du damit genau?

„Viele Unternehmen setzen sich Nachhaltigkeitsziele. Material Compliance ist der Schritt davor, der diese Ziele konkret macht: über Regeln, Grenzwerte und Nachweispflichten. Dabei finde ich, sollte man Material Compliance nicht als das notwendige Übel sehen, sondern die Mehrwerte erkennen: Wenn ich wirklich weiß, welche problematischen Stoffe in meinen Produkten sind und welche Auswirkungen sie haben können, dann erst kann ich Nachhaltigkeit praktisch umsetzen – nicht nur darüber reden.“

Was fasziniert dich persönlich an Material Compliance?

„Ich habe Kunststofftechnik studiert und war zuletzt als Material Engineer tätig. Mich begeistert an Materialien, wie sie sich verhalten, sich verändern und miteinander interagieren. Und genau dieses Verstehen ist für mich auch der Kern von Material Compliance aber auch der Weg zu nachhaltigen Materialien und Bauteilen: Echtes Material-Wissen aufbauen.“

Hast du ein Beispiel aus der Praxis, das zeigt, wie komplex Materialfragen sein können?

„Ein gutes Beispiel ist Blei in Metallen. Nach RoHS ist Blei künftig nicht mehr aufgrund von Ausnahmen verwendbar, sondern tatsächlich verboten, was auch richtig ist. Allerdings ist vielen vielleicht gar nicht bewusst, warum Blei überhaupt noch in Metallen eingesetzt wird. Oft steckt dahinter gar nicht das Endprodukt, sondern der Fertigungsprozess: Blei kann als Zerspanungshilfe eingesetzt werden. Solche Details sind wichtig, weil sie erklären, warum Stoffe auftauchen und wie man sinnvoll damit umgeht.“

Du kanntest Substantio schon vor deinem Einstieg. Wie kam es dazu?

„In meinem früheren Unternehmen, ein Hersteller von elektronischen Bedienkomponenten, haben wir Substantio bereits 2019 eingeführt. Damals war das Ziel: weg von Excel und Insellösungen, hin zu einem automatisierten Prozess für die Lieferkettenabfrage und einer verlässlichen Single Source of Truth für Werkstoff- und Material Compliance-Daten. Wichtig war uns damals, die Daten selbst im Haus zu haben, internes Wissen aufzubauen und nicht von externen Anbietern abhängig zu sein. Daher entschieden wir und für die Softwarelösung mit Substantio.“

Was war damals das Hauptproblem, das ihr lösen wolltet?

„In der Lieferkette stecken alle Daten, aber ohne System wird daraus kein belastbarer Prozess – gerade wenn es um Auswertungen, Nachweise und Skalierung geht. Und wenn die Anforderungen dynamischer werden, wird man ohne Software-Tool sehr schnell reaktiv – und das ist teuer.“ 

Was hat sich nach der Einführung konkret verbessert?

„Wir konnten automatisierte Abfragen in der Lieferkette sehr viel schneller durchführen. Lieferantenabfragen, die vorher sehr lange gedauert haben, waren plötzlich in wenigen Tagen möglich. Und der Effekt wurde über die Zeit stärker: Wenn der Datenbestand und die Prozesse wachsen, wird es nicht komplizierter – sondern am Schluss besser und effizienter.“

Viele Unternehmen arbeiten mit Dienstleistern. Wo siehst du den Unterschied?

„Dienstleister können kurzfristig helfen, aber das Unternehmen bleibt oft abhängig. Kosten können stark steigen, und das Know-how wächst nicht im Haus. Mein Punkt ist: Man sollte ein System aufbauen, das intern nutzbar und erweiterbar ist. Dann kann man gezielter arbeiten, versteht Risiken besser und verbessert die eigenen Materialdaten immer mehr.“

Was hat dich am Unternehmen Substantio überzeugt?

„Für mich ist Substantio ein Team, das Dinge nicht nur diskutiert, sondern umsetzt – innovativ, verbindlich und schnell. Gerade im Compliance-Bereich ist das entscheidend: Kunden brauchen Lösungen, die zuverlässig funktionieren und sich weiterentwickeln lassen. Bereits auf Kundenseite war die Zusammenarbeit sehr angenehm – und es freut mich besonders, dass ich jetzt selbst aktiv und kreativ mitgestalten kann.

Wohin entwickelt sich Material Compliance in den nächsten Jahren?

„Es wird deutlich stärker in Richtung Automatisierung gehen – und die KI wird dabei helfen, Lieferantendeklarationen und Datenflüsse effizienter zu machen. Gleichzeitig bleibt der wichtigste Punkt: Wirklich zu verstehen, was die Kunden brauchen, und flexibel die passende Lösung anbieten, kein Schema F. Das ist mir sehr wichtig.“ 

Zum Schluss: Was ist dir in der Zusammenarbeit mit Kunden am wichtigsten?

Transparenz und Praktikabilität. Material Compliance darf kein Selbstzweck sein. Am Ende geht’s darum, dass Unternehmen bessere Entscheidungen treffen können – schneller, sicherer und mit weniger Aufwand.“

Willkommen im Team, Simon!
Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Materialdaten in Ihrer Lieferkette strukturiert aufbauen und automatisieren können, vereinbaren Sie am besten gleich einen Termin mit Simon Brack.

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