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"Don't be evil" – als Grundsatz. Für Menschen und für KI.

Illia Kovtun ist Software Developer bei Substantio und arbeitet aktuell an KI-gestützten Lösungen innerhalb der Plattform. Im Interview spricht er darüber, was die Produktentwicklung im Compliance-Bereich besonders macht, wie KI ermüdende Routinearbeit eliminieren kann und warum er dem heutigen KI-Hype kritisch gegenübersteht.

Illia, du bist Software Developer bei Substantio. Was ist das Besondere an der Softwareentwicklung im Material Compliance Umfeld – und was macht dir Spaß dabei?

So richtig einzigartig ist es gar nicht. Klar, es braucht etwas Zeit, um zumindest ein grundlegendes Verständnis von Regularien, Standards und Tools aufzubauen. Aber am Ende ist es einfach Code.

Worauf ich stolz bin – und was die Arbeit für mich besonders macht – ist, woher die Feature-Anfragen kommen und wie flexibel das Produkt ist, sie umzusetzen. Im Software-Umfeld sieht man oft: Eine Firma baut ein Produkt nach eigenen Regeln und Formaten und versucht dann, jeden Kunden in diesen Workflow zu pressen. Substantio ist anders. Wir haben eine Kernstruktur, aber jedes Feature, das du siehst, wurde einmal von einem Kunden angefragt.

Manchmal wird ein Feature angefragt und dann nicht genutzt – das ist schade. Andererseits ist das ein ganz natürlicher Evolutionsprozess.

Was ist grundsätzlich die größte Herausforderung beim Entwickeln von Software?

Ich sehe zwei zentrale Herausforderungen: Konsistenz und Sicherheit.

Egal wie perfekt du die Architektur entwirfst oder wie strikt die Guidelines sind: Softwareentwicklung bedeutet, dass unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten und man ständig Kompromisse zwischen Performance, Flexibilität und Entwicklungsgeschwindigkeit finden muss. Das führt zu einem dauerhaften Kampf um konsistentes Produktverhalten.

Und was Sicherheit angeht, sorgen mich vor allem: zu starke Abhängigkeit von Single-Zone-Cloud-Strukturen, KI-generierter Code (wenn er nicht sauber überprüft wird) und die enorme Rechenleistung, die heute für Exploit-Hunting mit KI-Tools verfügbar ist.

Was ich damit meine: KI kann heute Sicherheitslücken in Software in nie dagewesenem Umfang finden und ausnutzen. Sie kennt jede dokumentierte Schwachstelle und kann sie in Sekundenschnelle testen. Das macht veraltete oder schlecht geschützte Systeme extrem verwundbar.

Du arbeitest gerade an der KI-Integration. Welches Problem versuchst du zu lösen?

Ich konzentriere mich darauf, mit KI ermüdende Routineprozesse zu eliminieren – und ich bin nur einer von vielen, die versuchen, diesen KI-Hype in etwas tatsächlich Nützliches zu verwandeln.

Die Realität ist: Jeder Hersteller und jeder Lieferant hat eigene Dokumentstandards, oder manchmal eben gar keine Standards. Compliance-Informationen kommen dann in allen möglichen Formaten an; manchmal fühlt es sich fast handgeschrieben an. Das Ergebnis ist Chaos in der Kommunikationskette und viel manuelle Arbeit.

Wie funktioniert dein neues KI-Feature in der Praxis?

Es wird ein Feature sein, das wir schrittweise ausbauen können – ich spreche hier über den aktuellen Implementierungsstand.

So funktioniert es: Ein Lieferant bekommt wie gewohnt eine Compliance-Anfrage mit einer Teileliste. Aber statt manuell Checkboxen anzuklicken und Substanzen auszuwählen, bekommt er einen KI-generierten Vorschlag, den er bestätigen oder anpassen kann.

Er kann auch ein beliebiges Dokument hochladen, unabhängig vom Format oder der Struktur. Solange es Compliance-Daten enthält, ordnet unsere Software diese Daten der Teileliste zu und bereitet Vorschläge vor. Was zu tun bleibt: kurz prüfen, ob es passt, und dann auf Bestätigen klicken.

Wichtig: Wir werden der KI nicht erlauben, den gesamten Prozess zu kontrollieren. Die finale Bewertung, eventuelle Änderungen und die Abgabe bleiben menschliche Verantwortung. Und KI wird nur genutzt, wenn der Nutzer das ausdrücklich möchte.

Was ist der Mehrwert für die Kunden – und wer profitiert am meisten?

Weniger Klicks, weniger Zeitaufwand und dadurch eine höhere Chance, dass die Daten tatsächlich in dein System kommen.

Datenlücken zu schließen ist gut. Eine hohe Rücklaufquote bei Lieferanten zu halten ist gut – manchmal sogar unbezahlbar. Dagegen kann man schwer argumentieren.

Alle reden von KI. Wie viel kann sie realistisch helfen?

Ich finde, KI ist insgesamt überhypt – aber das Potenzial ist trotzdem riesig. Für mich passt der Vergleich mit Kernspaltung: Wir nutzen sie für Energie, Medizin, Wissenschaft und Industrie, aber leider auch für sehr gefährliche Dinge.

Auf der positiven Seite reduziert KI den Aufwand drastisch: physikalische Simulationen in einem Bruchteil der Zeit, schnelle Antworten, weniger manuelles Data-Mining und das Übersetzen hochkomplexer Dokumente in verwertbare Erkenntnisse.

Wann wird deine KI-Lösung ungefähr verfügbar sein?

Technisch gesehen habe ich gerade einen funktionierenden Prototypen, es ist aber noch umfangreiches Testing notwendig, dass wir ihn ohne Sicherheitsbedenken in die Praxis ausrollen können.

Eine sichere Basis-Version sollte voraussichtlich im April verfügbar sein, aber für die Full-Power-Version ist es noch zu früh, das seriös zu sagen.

Wo denkst du, geht die Reise mit KI hin – speziell bei Substantio?

Wir werden KI in echten Nutzen überführen. Wir setzen KI so ein, dass sie hilft, nicht so, dass sie still und heimlich Entscheidungen hinter deinem Rücken trifft.

Erwarte nicht-invasive Helfer: Dokumenten-Parsing, ein Chat, der neuen Nutzern bei der Navigation hilft, Compliance-Statistiken, einfache Anpassung von Anfragen mit minimalem Aufwand – vieles ist möglich.

Substantio dreht sich um Daten, und KI ist darin gut. Solange der Kunde explizit erlaubt, dass KI auf bestimmte Felder zugreift, sehe ich keine harten Nutzungslimits.

Was ist dein persönlich größter Wunsch als Software-Entwickler?

„Don’t be evil“ – angewendet auf jedes Gehirn, biologisch oder digital.

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